Nürnberger Künstler, Der fantastische Maler Wolfgang Harms,
Nürnberger Künstler, Der fantastische Maler Wolfgang Harms,
W O L F G A N G H A R M S
W O L F G A N G   H A R M S

Hier tummeln sich geheimnisvolle Wesen

 

Von Bernd Zachow

 

Gemälde von Jo Niklaus und Wolfgang Harms, zwei Nürnberger Pioniere des sogenannten Phantastischen Realismus, zeigt derzeit die Galerie Jacobsa.

 

  Die Bildkunst hat sich nie mit der Abbildung der Außenwelt begnügt.

Seit frühester Zeit gestalteten Künstler auch Erscheinungen, die sie hinter jenem Äußeren vermuteten: Götter und Dämonen, Riesen und Zwerge, liebliche Elfen und böse Drachen.

  Caspar David Friedrich meinte im 19. Jahrhundert, der Künstler müsse „nicht nur malen, was er vor sich sieht, sondern auch, was er in sich sieht.“ Und Paul Klee schrieb im frühen 20. Jahrhundert: „Kunst ist ein Erinnern an das Uralte, Dunkle, von dem Fragmente noch im Künstler leben.“

Als der Beginn der „phantastischen Kunst“ im heutigen Sinn gilt heute der Kupferstich „Melencolia“ von Albrecht Dürer.

 Jo Niklaus und Wolfgang Harms fühlen sich als Erben dieser stolzen Tradition. Beide verfügen über ein höchst gediegenes handwerkliches Können und über eine gründliche Kenntnis der aufwändigen Lasurtechnik, welche vor Jahrhunderten die alten Meister entwickelt haben.

 

Schlüssige Arbeiten

  Dieses Rüstzeug ermöglicht es ihnen, einen minutiösen, glasklaren, alles in feinsten Valeurs darstellenden Malstil zu zelebrieren. Niklaus wie Harms malen in einer sehr konzentrierten meditativen und methodischen Art, die stets ein wochen- und monatelanges Verweilen vor der Bildfläche erfordert. Dadurch wird wiederum das allmähliche  Aufsteigen weiterer innerer Bilder gefördert. Das Ergebnis sind formal und inhaltlich ungemein dichte, im besten Sinn schlüssige Arbeiten.

  Traditionsverbunden ist nicht nur der Malstil, sondern auch die Thematik der bei Jacobsa ausgestellten Bilder. Jo Niklaus sucht ihre Motive in der Kunst- und Kulturgeschichte seit der Steinzeit. Die vorgeschichtliche „Venus von Willendorf“ findet in ihrer Malerei ebenso einen Platz wie die „Nemesis“ von Dürer oder die Popikone Marilyn Monroe.

  Gemaltes schein bei Niklaus oftmals im wahrsten Sinn des Wortes aus dem Rahmen zu fallen, es ereignen sich höchst seltsame Ortswechsel und geheimnisvolle Begegnungen. Figuren aus gefaltetem Papier werden lebendig und ein Schminktisch in dessen Spiegel ein  Bild der ägyptischen Göttin Isis erscheint, schwimmt als Allegorie des ewigen Strebens nach vollendeter Schönheit unter düsteren Wolken auf stillen Wassern.

 

Mythen und Märchen

  In die Welt der Sagen, Mythen und Märchen entführen die Bilder von Wolfgang Harms, dessen 65. Geburtstag den Anlass zur aktuellen, von Jürgen Bickel kuratierten Werk-Schau geliefert hat. Typische Harms-Motive sind zum Beispiel Eva im Paradies oder die Vegetations- und Fruchtbarkeitsgöttin Flora beim Ausstreuen ihrer Gaben. Wie raffiniert geschliffene Edelsteine, die in allen möglichen Farben und Farbabstufungen schillern, wirken des Künstlers Darstellungen von üppig wuchernden Mischformen aus Vögeln, Pflanzen, Menschen und Architekturen.

  Ein zentral gehängtes Bild zeigt diese Märchenwelt kritisch beäugt von Künstlern, die Wolfgang Harms zu seinen „geistigen Ahnen“ zählt.

Erkennbar sind die Nürnberger Albrecht Dürer und Michael Mathias Prechtl,  aber auch der berühmte Wiener Phantast Ernst Fuchs.   

 

Nürnberger Nachrichten vom 04.05.2015     

 

 

 

Aus dem Katalog zur Ausstellung:

Innen Ansichten – Welt Betrachtungen

in Berlin

 

 

 

Hommage a’ Caravaggio

 

Die Grenzen zwischen Realität und Phantasie sind im Schaffen von Wolfgang Harms fließend. So erklärt sich auch die unterschiedliche Zuordnung von magischem oder phantastischem Realismus bis zum Surrealismus. Es erhellt nur die Eigenständigkeit der Stilbildung. Eine Ehrung für Caravaggio gibt Einblick in sein künstlerisches Selbstverständnis, das über einen „Renaissancegeist“ weit hinaus weist.

 

Der Künstler zitiert das Bild „Früchtekorb“ von Michelangelo Merisi, gen. Caravaggio, das um1599 entstanden ist (Pinacoteca Ambrosiana, Mailand)

Das Malergenie an der Schwelle zum 17. Jahrhundert revolutionierte die europäische Malerei mit seiner Lichtdramatik und drastischen Anschaulichkeit zu Themen aus der biblischen Geschichte und aus Heiligenviten. Der geflochtene Weidenkorb gehört mehrfach zu Caravaggios Bildrequisiten.

Ein Vergnügen, die Obstsorten im Bild zu lesen:

Blaue Weintrauben, Fenchelknolle, Birnen, Äpfel, rote und weiße Johannisbeeren, Feige, vielleicht eine Pflaume und alles gekrönt von einem Pfirsich. Im Wortsinn ein stilles Leben, zeigen sich doch Schadstellen wie Schrammen, Fäulnisfleck und schadhafte Blätter. Ein Gleichnis auf Reifen und Vergehen, irdisches Leben steht in den Gesetzen der Zeit. Auf einem Holzbrett vor gelbem Grund präsentiert Caravaggio sein Bild, während für Wolfgang Harms hier der Dialog im Bild beginnt.

 

Der caravaggeske Blick wird wahrheitsgetreu nacherzählt mit der ironischen Anmerkung, es könnte dem Meister der Vergangenheit im Arrangement etwas daneben gefallen sein, einzelne Trauben, ein Blatt zum Beispiel. Das Caravaggio-Zitat steht in einem Rahmen im Bilde, Signal, dass der Bildraum sich in eine andere, phantastische Welt öffnet. Da ranken Blüten in verschwenderischer Form, flieg ein Schwarm guppyhafter Wesen durch beide Welten und breitet sich ein Naturpanorama verschwenderischer Fauna aus. Einen makellosen und zeitlosen Orbis pictus bietet Wolfgang Harms, ein Gleichnis auf arkadische zustände, Freiraum der Phantasie. Die Präzision der Arbeit schafft mit der Phantasie eine zweite Realität, die Wolfgang Harms als Teil der Conditio humana sieht. Der Mensch erschließt über seine materielle Bedingtheit hinaus Welten, die produktiver Teil seiner selbst werden.

 

Dr. phil. Kuno Schumacher, Berlin 2014

 

 

 

 

 

„Phantastisches“ von Wolfgang Harms in Höchstädt

Von Horst von Weitershausen

 

 

Von Horst von Weitershausen

Höchstädt „Wunderland der Phantasie, in dem reale Träume sichtbar sind, eine jubelnde Hymne an das Leben. Dies ist die Phantastische Malerei von Wolfgang Harms, einem Ausnahmetyp im Kunstbetrieb, der sich von den Eitelkeiten der Kunstszene fernhält und seinen eigen Weg folgt“.

 

Diese Worte stellt Evelyn Scherfenberg von den Nürnberger Nachrichten an den Beginn ihrer Ausführungen anlässlich der Ausstellungseröffnung mit Werken des in Unterbissingen geborenen Künstlers Wolfgang Harms in der Schlosskapelle Höchstädt. Einen bunten Reigen von phantastischem, magischem Realismus eröffnen die Malereien des Künstlers dem Besucher beim Betreten der Schlosskapelle, verwoben mit Darstellungen surrealistischer Traumwelten. Wolfgang Harms erinnert mit seinen Bildern an die ästhetische Pracht der Renaissance eines Hyronimus Bosch oder Botticelli ebenso, wie die ersten Vertreter der Wiener Schule. Beispielsweise Ernst Fuchs, Rudolf Hauser und Wolfgang Hutter.

Surrealismus, modisches Accessoires eines Lenbensgefühls

Die stilistischen Wurzeln des Phantastischen Realismus sind besonders im Surrealismus der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts zu suchen, als dessen bekanntester Vertreter Salvador Dali gilt und seine Werke beinahe schon zum modischen Accessoire und Ambiente eines Lebensgefühls wurden. Jenseits dieser modischen Strömungen hat Wolfgang Harms eine Variante des Phantastischen Realismus entwickelt, die dem Surrealismus am nächsten steht. Wolfgang Harms selbst sagt dazu: „Es war nie meine Intention, breit getretenen Pfaden zu folgen und seien sie noch so zeitgemäß. Ich halte es für reizvoller, eigene Spuren zu hinterlassen.“

Für seine Tafelbilder wendet der Künstler die aufwendige Lasurtechnik an, mit der er nach eigenen Worten nur diese unglaubliche Transparenz und Leuchtkraft erreicht. Von dieser Leuchtkraft der Bilder, ihrer Feinabstimmung der Farben, mit denen der Künstler eine neue Art von Realität schafft, haben sich sehr viele Besucher bei der Ausstellungseröffnung überzeugt.

Eine äußerst wichtige Ausstellung an den Wurzeln des Lebens

Besonders erfreut über diese Ausstellung zeigte sich Höchstädt Bürgermeisterin Hildegard Wanner. Sie kannte schon den jugendlichen Wolfgang Harms, wie sie in ihren Eingangsworten zur Eröffnung der Ausstellung betonte, weshalb es ihr auch ein persönliches Anliegen sei, den Künstler mit seiner Frau an dieser Stelle zu begrüßen.

Wolfgang Harms bedankte sich bei Hildegard Wanner und all den Helfern, die es ihm ermöglichten, diese Ausstellung in Höchstädt zu realisieren. „Für mich ist diese Ausstellung äußerst wichtig“, sagte der Künstler. „Denn hier in Nordschwaben liegen meine Wurzeln des Lebens“, weshalb es ihn auch noch besonders freue, auch den Sohn seines Lehrmeisters Eugen Riess aus Donauwörth begrüßen könne. Den musikalischen Rahmen gestalteten Sänger von „Lifeforvoices“.

 

Augsburger Allgemeine, 08. April 2013

Ein 12-seitiger Bericht im

FANTASY-ART Magazin in China, 02/2011

Scheinwelten im Fembohaus

Nürnberg

Gruppenausstellung über Augentäuschung in der Malerei der Gegenwart

 

 

 

 Wolfgang Harms: Blütenbläser, Acryl/Öl, 2005

 

Fünf Temperamente, ein Anliegen: Betrug! Keine Sorge. Wir reden nicht von Kriminalität, sondern, ganz im Gegenteil, von Ehrlichkeit. Von fünf fränkischen Künstlern, die zwar ungeniert mit Farbe und Pinsel „betrügen“. Wie sie aber ihr Handwerk heute verstehen und einsetzen, das steht ganz in der ehrlichen Tradition alter Meister. Das verrät Perfektion und Virtuosität von der Bild- und Farbkomposition bis ins feinste Spinnenfädchen.
Jürgen Dressel, Wolfgang Harms, Michael Lassel, Jo Niklaus und Hans Niklaus präsentieren zurzeit im Fembohaus in der Ausstellung „Scheinwelten“ mit über 50 Gemälden ihre schöpferische und technische Könnerschaft in Sachen „Augentäuschung“ – Trompe-l’oeil,
einer jahrtausende alten Spielart der Malerei, die Raumperspektiven verändern und/ oder illusionäre Effekte schaffen will. Jeder der fünf „neuen alten Meister“ ist darin ein Künstler von hohem Rang. Und jeder liefert hier den optischen Beweis, dass die klassische, die noble Malkunst noch existiert, die ihr Handwerk als Königsweg zur perfekten Bildästhetik versteht. Kommt Kunst also doch von Können?
Gewiss ist immerhin: Totgesagte leben länger. Und wer den Kunstdebatten traute, musste die figürliche Malerei bis vor kurzem für mausetot halten. Untergegangen in Kunstwellen aus Schmieröl und Heftpflastern, gemordet von einer Maltraditionen verachtenden Avantgarde. Doch die wütenden Wogen sind abgeebbt. Spätestens seit dem Welterfolg der realistischen „Neuen Leipziger Malerschule" wird technische Könnerschaft wieder positiv bewertet. Auch ein Ornament gilt nicht mehr länger als Verbrechen. Was das Publikum betrifft, ist ohnehin alles klar. Es konnte und wollte sich nie der Magie einer bestechenden Bildästhetik entziehen – nicht etwa, weil es nur aus vernagelten Traditionalisten besteht. Sondern weil es nach Klarheit und Ehrlichkeit verlangt. Und was ist in der Malerei schon klarer und ehrlicher als eine für jedermann erkennbare realistische gemalte Figur?

 

 

 

 

 

 

 

Hans Niklaus: Rot-Blau Acryl, 2005


Welche Augenlust nun endlich wieder befriedigt wird! Wie spannend dieses künstlerische Sujet doch ist! Der optische Bogen reicht hier von vitalem Übermut bis zu trostloser Morbidität. Jeder Künstler „täuscht“ den Betrachter auf seine ganz eigene Weise. Jürgen Dressel erzählt uns mit Arrangements vertrauter Gegenstände Geschichten und Anekdoten. Wolfgang Harms treibt sein farbenprächtiges Spiel mit den Illusionen mit unbändiger Gestaltungslust ins übermütig Barocke und traumhaft Phantastische. Michael Lassei schafft brüchige Schauwelten; oft häuft er banale Dinge zu seltsam bizarren Pyramiden. Jo Niklaus kombiniert ungemein wirklichkeitstreu kopierte Kunstwerke mit ganz gewöhnlichen Alltagsdingen, und ihr Ehemann Hans Nildaus setzt seine Liebe zu Muscheln und Schnecken in wunderbar plakative Stillleben um.
Jedes Bild ist „schön“. Doch das allein wär’s natürlich nicht. Wer genauer hinschaut, entdeckt den Hintersinn der Effekte, liest Zitate und ironische Verweise. Man lasse sich also nicht narren von der vermeintlich altmodischen und vordergründigen Liebe zu Gegenständen und Traumfiguren. Alles nur Kalkül. Dahinter verbergen sich tiefe Wahrheiten und Einsichten über das Leben und seine Erscheinungen, über unsere Ängste, Träume und Sehnsüchte. Wer meint, die seien von gestern, täuscht sich sehr.
Dr.Ulrich Scherfenberg

Museumszeitung der Stadt Nürnberg Juni 2007

Schöne Scheinwelten

Die Kunst der Augentäuschung im Fembohaus

Ihr «Trick» ist die Perfektion, ihr Ziel die Augentäuschung: In verblüffend echt aussehende Scheinwelten entführen fünf fränkische Maler die Besucher im Nürnberger Fembohaus.
Holzregale, bestückt mit schillernden Muscheln, fordern förmlich zum hineingreifen auf, es wirbeln Blüten über den vermeintlichen Bilderrahmen, und Fabelwesen treten einem aus wuchernden Fantasielandschaften entgegen: Alles schöner Schein, alles glatte Oberfläche, aber mit dreidimensionaler
Anmutung. Trompe-rreil-Malerei ist der Fachbegriff für diese traditionsreiche Art der Malerei, die den Eindruck großer Plastizität erweckt. Ist diese Malerei gut gemacht, hält man die Gegenstände für real und nicht für gemalt - Sinnbilder für den trügerischen Schein der Welt.
Altmeisterliche Perfektion und die Liebe zur gegenständlichen Welt verbinden nach eigenen Worten die fünf Franken, die schon mehrfach gemeinsam ausgestellt haben und nun mit insgesamt 50 Arbeiten im Fembohaus vertreten sind. Mit dieser besonderen Spielart der gegenständlichen Malerei liegt die Schau im Trend: «Man spürt, dass der Realismus wieder mehr Akzeptanz bekommt», sagt Wolfgang Harms, der von der Wandmalerei zum fantastischen Realismus kam, mit «Mondvogel» und «Blütenbläsern» als Leitmotiven.
Das sind bei Hans Nikiaus Schnecken und Muscheln. An realen Vorbildern mangelt es ihm nicht: Seine private Sammlung umfasst 2600 Muschelarten, In seinen Bildern drapiert er sie auf Regalen, in Schränken, spiegelt sie in Scheiben- Auch Ehefrau Jo beschäftigt sich seit fast drei Jahrzehnten mit der Trompe-rceil-Malerei. Effektreich greift sie besonders gerne das Werk des großen Meisters Dürer auf, zeigt seine (Selbst-)Porträts in ungewöhnlichen Kombinationen auf Staffeleien, Briefmarken, Geldscheinen, Eigenwillige Themen-Stillleben zur Literatur, der Musik oder der Seefahrerei arrangiert auch Jürgen Dressel. Die Pyramide ist bei Michael Lassei ein häufig wiederkehrendes Anordnungsmotiv bizarr verfremdeter Ding-Ensembles. «Bau und Verfall der Kathedrale» zeigt der in Fürth lebende Künstler, meisterlich gemalt - auf vermeintlich brüchiger Leinwand mit Rissen und Löchern.  ruf

Fembohaus, Burgstr. 15. Bis 26. August, Di.-Fn 10-17, SaVSo. 10-18 Uhr. Führung So. 14 Uhr.
16.5.2007    © NÜRNBERGER NACHRICHTEN

 

 

 

 

 

 

 

Im Fembohaus wird das Auge getäuscht

Fantastische Scheinwelt

 

Man braucht schon einen gewaltigen Hang zum Perfektionismus, wenn man wirklich gut sein will in der Kunst der Trompe-l’oeil-Malerei. Denn damit die Augentäuschung (so der deutsche Begriff) wirklich funktioniert, ist ein schon vor dem Malen ausgeklügeltes Konzept nötig. «Dieses Bild habe ich meiner Frau beim Waldspaziergang schon in allen Einzelheiten beschrieben, ehe ich angefangen hatte zu malen», erzählt denn auch Hans Niklaus und deutet auf sein Werk «Conus excelsus», das einen geöffneten Schrank mit Muscheln und Schnecken zeigt, die sich in den gekippten Schranktüren spiegeln.

Ein Künstler mit Muschelsammlung

Dass auf so vielen von Niklaus’ Bildern Schnecken und Muscheln auftauchen, ist kein Zufall: «Ich habe eine Sammlung mit 2600 Arten», so der Künstler, der seit 1955 in Nürnberg lebt.

Perfektion treibt auch die anderen vier Künstler an, die zur Ausstellung «Scheinwelten – Augentäuschung in der Malerei der Gegenwart» Werke beigesteuert haben. Neben Hans Niklaus’ Frau Jo stellen Jürgen Dressel, Wolfgang Harms und Michael Lassel ab heute ihre Bilder im Stadtmuseum Fembohaus aus.

Insgesamt 50 Werke sind es, die das Auge des Betrachters täuschen sollen. Kunstgeschichtlich stehen sie in der Tradition der bereits in römischer Zeit gepflegten Trompe-l’oeil-Malerei mit Anleihen aus dem Surrealismus und dem Phantastischen Realismus des 20. Jahrhunderts.

Was ein wenig trocken klingt, ist in seiner Ausführung alles andere als langweilig: Das Auge wird nicht nur getäuscht, sondern geht regelrecht auf Entdeckungsreise. Farbenfrohe Bilder, die vor Details nur so strotzen, erwarten den Besucher.

Und als besonderes Bonbon führen die Künstler an den Sonntagen des Junis abwechselnd selbst durch die Ausstellung. Außerdem stellen sie sich in der «Blauen Nacht» am kommenden Samstag um 21 und um 22 Uhr zur Verfügung. Die restlichen Führungen übernimmt dann wie gewohnt das Kunst- und Kulturpädagogische Zentrum, jeden Sonntag um 14 Uhr.

16.5.2007 NÜRNBERGER ZEITUNG

Wolfgang Harms hat sich dem „Fantstischen Realismus“ verschrieben. Ein Bespiel ist sein Werk „Mondvogel mit gelber Blüte“.   

    

Höchste technische Perfektion

 

Kunstausstellung in der Villa Augusta mit Wolfgang Harms und Michael Lassel

 

ROTH (dg) – Vom 13. November bis 18. Dezember stellen die international anerkannten Maler Wolfgang Harms und Michael Lassel in der Villa Augusta, Schleifweg 16, Roth, aus. Vernissage ist am Sonntag um 11 Uhr.

  Der Schwabe Harms beschäftigt sich seit 25 Jahren intensiv mit der Wandmalerei. Seine Arbeiten werden europaweit zum Besten gerechnet, was es auf diesem Gebiet zu sehen gibt. Höchste technische Perfektion und ein eigener Stil machen ihn zu einem gefragten Künstler. Viele seiner Wandmalereien sind jedoch nicht öffentlich zugänglich, da die Auftraggeber überwiegend Privatpersonen sind. Unter anderem gestaltete er einig Räume im Schlosshotel „Bühlerhöhe“ bei Baden Baden.

Seit einigen Jahren wendet er sich wieder verstärkt  der Tafelbildmalerei zu.

Seine Werke werden dem „Fantastischen Realismus“ zugeordnet.

„Augentäuscher“

   Lassels Bilderkunst bewegt sich zwischen Tradition und Gegenwart.

Er gilt als der wohl bedeutendste Trompe-l’oeil-Maler unserer Zeit. Er verzaubert mit seinen Werken den Betrachter, schenkt ihm ungeahnte Illusionen, vermittelt gespielte intellektuelle Provokationen und entreißt die gemalten Objekte der Wirklichkeit.

Die Qualität seiner Malerei führt zur Sinnestäuschung der Augen.

 

Rother Zeitung  11.11.2005